Anrechnung von Studienleistungen & Verkürzung der Ausbildungsdauer

Regelungen zur Verkürzung der Ausbildung

Eine berufliche Ausbildung dauert in der Regel 2 bis 3,5 Jahre, je nach Fachrichtung und Beruf. Unter bestimmten Voraussetzungen (gute Leistungen, Schulabschluss, Vorkenntnisse) ist es jedoch möglich, die Ausbildungszeit zu verkürzen. Die für die betriebliche Ausbildung maßgeblichen Gesetze, Berufsausbildungsgesetz (BBiG) und Handwerksordnung (HWO), beinhalten Regelungen, die eine Verkürzung der Ausbildungszeit möglich machen.

Einige Beispiele: Sind das bisherige Studium und der gewählte Ausbildungsberuf inhaltlich verwandt – beispielsweise beim Wechsel vom Betriebswirtschaftsstudium in die Ausbildung zur Bankkauffrau bzw. zum Bankkaufmann – können bereits erbrachte Studienleistungen ebenfalls bei der Ausbildungsdauer berücksichtigt werden. Auch ist es möglich, Teile der Meisterprüfung bereits während der Ausbildung abzulegen. In seltenen Fällen – wenn bereits ausreichend Praxiserfahrung vorhanden sind – kann auch die sogenannte Externenprüfung abgelegt werden, die direkt einen berufsqualifizierenden Abschluss bedeutet.

Eine Verkürzung der Ausbildungszeit muss bei der zuständigen Stelle (Kammer) vor oder während der Ausbildung beantragt werden. Der Ausbildungsbetrieb muss zustimmen. Es gibt also kein generelles Recht auf Ausbildungsverkürzung. Die Regelungen dienen vielmehr dazu, Einzelfalllösungen zu entwickeln. Diese hängen entscheidend von folgenden Faktoren ab: Voraussetzungen des*der Auszubildenden, Anforderungen der Berufsausbildung und der Bereitschaft des Betriebs.

Wie bereits beschrieben, handelt es sich in der Regel um Einzelfallentscheidungen, die gemeinsam mit dem Betrieb bei der zuständigen Kammer (IHK/HWK) beantragt werden muss.

Die Ausbildungsdauer darf bestimmte Untergrenzen nicht unterschreiten:

  • Regelausbildungszeit 3,5 Jahre – Mindestausbildungszeit 24 Monate
  • Regelausbildungszeit 3 Jahre – Mindestausbildungszeit 18 Monate
  • Regelausbildungszeit 2 Jahre – Mindestausbildungszeit 12 Monate

Unabhängig davon kannst du in der Ausbildung von deiner Studienerfahrung profitieren. Die im Studium erworbene Kompetenzen wie Zeitmanagement, Selbstdisziplin und Analysefähigkeit sollten nicht nur im Bewerbungsprozess um einen Ausbildungsplatz besonders herausgestellt werden. Auch die Lebenserfahrung sowie theoretische Vorkenntnisse und Methoden werden von den Betrieben wertgeschätzt. Oft gibt es die Möglichkeit an über die Ausbildungsinhalte hinausgehenden Projekten und Aufgaben mitzuwirken.